Prozent vs. Promille

Was zum vielen Beiträgen passt, aber im einzelnen Beitrag nahezu unauffindbar wird...

Prozent vs. Promille

Beitragvon admin » Fr 28. Feb 2014, 13:02

Klingt zunächst unsinnig von bisherigen prozentualen Betrachtungen zur "Promille" überzugehen.

Doch bei Veränderungen welche selbst sehr groß sind, suggerieren Darstellungen wie 0,1% es geschehe nahezu nichts. Dabei bleibt außen vor, bei einer entsprechend große Basis für diese Aussage, ist die "Wirkung" oft ungeheuerlich groß. Womöglich müsste u.U. eine noch kleinere Ganzzahlige Basis geschaffen werden. Doch wenigstens ist "Promille" bereits ein eingeführter Begriff. Leider wird "Promille" meist nur mit dem Alkoholgehalt des Blutes assoziiert. Am Beispiel von sehr großen Zahlen - z.B. die gegenwärtige menschliche Erdbevölkerung - wird deutlich wie sich die Grenzen "im Kopf" verschieben, wenn nur "Prozentwerte" genannt werden. Doch gerade bei scheinbar kleinen Veränderungen (in Bezug auf die Basis), wird schnell und augenscheinlich klar was dies bedeutet.

Ein Vergleich der Begriffe :

Prozent (lat.-ital. von Hundert, Hundertstel) sollen Größenverhältnisse veranschaulichen und vergleichbar machen, indem die Größen zu einem einheitlichen Grundwert (Hundert) ins Verhältnis gesetzt werden. Daher wird das Prozent auch als Hilfsmaßeinheit für Verhältnisgrößen verwendet. Vor allem ältere Gesetzestexte verwenden den Ausdruck „vom Hundert“ (abgekürzt: vH oder v. H.); das DIN empfiehlt jedoch, diesen Ausdruck zu vermeiden.


Promille (von lat. pro „von“, „im Verhältnis zu“; mille „tausend“) wird bei in Tausendstel ausgedrückten Bruchteilen benutzt. Damit entspricht 1 Promille der Zahl 0,001. Promilleangaben werden meist durch das Promillezeichen ‰ kenntlich gemacht.


Beiden gemeinsam, das Dezimalsystem, welches per Verschiebung des Komma um eine bestimmte Anzahl von Stellen sofort "sichtbar macht", wie "klein" bzw. "groß" ein Bruchteil bezogen auf eine Basis ist. Wer es eventuell bereits "vergessen haben sollte, es gibt im wesentlichen drei Darstellungsarten (zunächst für Prozent) 20 % = 20/100, 20 % = 0,2 oder einfach 20 %. Die Basis ist dabei 100.

Nicht anders bei der Darstellung von "Promille" 20 ‰ = 20/1000, 20 ‰ = 0,02 oder auch hier einfach 20 ‰. Hier ist die Basis also 1000. :roll:

Um also den selben Sachverhalt (die Verhältnisgröße) je nach beabsichtigter Wirkung "größer" bzw. "kleiner" erscheinen zu lassen, ist der psychologische Trick aus einer Zahl wie 1,3 % durch verschieben des Kommas in 13 ( ‰) zu verwandeln durchaus nicht wirkungslos. Zwar hat sich am Wert nichts geändert, aber nun als "Ganzzahl" wirkt sie größer und eventuell auch bedeutender. Etwas sei um 130 ‰ gestiegen - also um "eigentlich nur" 13 % - wirkt bei unserem wenig ausgeprägten analytischen Verhältnis zur Welt eben "anders".

Nun kann man die Basis 1000 aber recht sinnvoll überall da anwenden, wo das Verhältnis zu einem Mehrfachen dieser Basis dargestellt werden soll 1 Milliarde wird erst so richtig "wirksam", wenn diese in ihrer ganzen Größe dargestellt wird. Die Tausenderpunkte ergeben ein sehr anschauliches Verhältnis zur Basis "Promille".

1.000.000.000 = "eine Milliarde"

Bei dem derzeitigen Bevölkerungszuwachs (also die Zahl der Sterbefälle im Betrachtungszeitraum ist bereits "berücksichtigt"), wird je nach Publikation bzw. "Interessenlage" mal mit 1,1 %, mal mit 1,3 % angegeben. Auch die gegenwärtige menschliche Erdbevölkerung wird unterschiedlich dargestellt. Keiner kennt die exakten Zahlen, aber für die Wirkung reicht es völlig aus, wenn es um "mehr als 7 Milliarden" Menschen geht.

1 ‰ ist also 1/1000 :idea: Womit 1.000.000.000 / 1.000 sofort durch das "abschneiden" der letzten drei Nullen dieses Ergebnis "nahelegt" 1.000.000 = 1 Million :o Nun reichen die wieder die Finger und ein wenig "Kopfrechnen" aus, schnell herauszufinden, was die "unhandlichen" 1,1 zu 1,3 Prozent aussagen - Der Unterschied liegt schlicht bei 3 ‰. Wenn es also um 7,2 Milliarden Menschen geht, welche in diesem Jahr um 1,1 bzw. 1,3 Prozent "anwachsen", ist die maximale Differenz 7,2 mal 3 = 21,6 (für die "überschlägige Berechnung reicht (zunächst) auch 7 mal 3 = 21).

Womit klar ist, der Unterschied beider Angaben beträgt ~21 Millionen mehr oder aber nicht so viele mehr neue Erdenbürger :shock: Doch auch die gesamte Zahl der "Zugänge" ist einfacher zu rechen, dabei geht es um 11 ‰ = 7,2 Millionen mal 11 = 79,2 oder 79.200.000 oder 79,2 + 21,6 = 100,8 Millionen zum Ende 2014. :o Neben der eigentlich sehr eleganten Methode drei, statt nur zwei Stellen "abzuschneiden" wird auch klar, was anfänglich so klein aussieht, hat je nach dem Ausgangswert eine sehr beachtliche Wirkung.

Wen das Ganze nicht so recht überzeugt, kann sich ja für jeden Wert einfach (annähernd) ein Land und dessen Bevölkerung vorstellen (aus dem WIKI Liste der Staaten der Erde) :

Republik Dschibuti ~ 900.000 = "Zinseszins" 2014 ... 2015 (858.000)

Bundesrepublik Deutschland ~ 80.500.000 = "1,1 % Zuwachs" 2013 ... 2014 (79.200.000)

Vereinigte Mexikanische Staaten ~116.100.000 = "1,3 % Zuwachs" 2013 ... 2014 (100.800.000)
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Prozent vs. Promille Weltbevölkerung

Beitragvon admin » Fr 28. Feb 2014, 14:23

Schön, auch das WIKI Weltbevölkerung liegt lt. "Die UNO rechnet im Zeitraum bis 2015 mit einem Bevölkerungswachstum von rund 78 Millionen Menschen pro Jahr." Was aber - im letzten Teil des Satzes " pro Jahr" schon einen (noch verhältnismäßig kleinen) Fehler enthält. Natürlich nur, wenn die Zunahme mit einem Prozentsatz angegeben wird.

Jeder Verlauf der periodische Steigerungsraten nennt, ist immer exponentiell. Beim Geld nennt man das "Zinseszins". Weil kaum anzunehmen ist, dass zum Ende 2014 gleich 78 Millionen Menschen, ZUSÄTZLICH zur bereits eingerechneten Sterberate, sterben werden, wird selbstverständlich auch dieser "Bevölkerungsaufwuchs" sich mit wenigstens 11 ‰ vergrößern. 78.000.000 /1000 = 78.000 mal 11 = 858.000 Menschen. Was angesichts der Zahl von 7.278.000.000 (Ende 2014) nicht wirklich bedeutend ausmacht. Ohne die gesamte Steigerung Ende 2015 würde das so aussehen : 7.278.858.000

Tatsächlich müssen aber 7,278 mal 11 ‰ berechnet werden was zu +80,058 Millionen für 2015 zu 7.358.058.000 menschl. Erdbewohnern führt. Ganz unmerklich erhöht sich also dieser menschliche "Zinseszins" Jahr um Jahr. Um einen makaberen Vergleich anzustellen, im WK II starben ca. 80 Millionen Menschen. Das geschah im Zeitraum von ca. 6 Jahren. Falls sich jemand noch irgendwelche sehr fragwürdige Illusionen darüber mach, "ein Krieg von der Dimension des WK II" könne etwas "bewirken", müsste JÄHRLICH ~80 Millionen Menschen ermorden, um lediglich KEIN weiteres Wachstum zu haben. Das sich dies eher nicht mit unserem demokratischen Menschenbild verträgt, will ich wenigstens "sicherheitshalber" erwähnen.

Hier noch ein LINK zur Stiftung Weltbevölkerung von deren WEB-Seite auch diese sehr anschauliche Kopie stammt :

hc_004a.jpg


Warum diese Betrachtungen ? Weil die verfügbare fossile Energie ganz im Gegensatz zu ihren potentiellen Verbrauchern nicht zunimmt, sondern sowohl real (nur die jährliche Verbrauchssteigerung), als auch auf die weiter wachsende Bevölkerung bezogen, in logischer Weise EXPONENTIELL abnimmt :!:

Wer in einer sehr endlichen Welt mit permanentem Wachstum reagiert - gleichgültig ob es dabei um die Bewohner oder die vorhandenen Ressourcen geht - könnte wohl kaum noch größerer Fehler machen. Doch in Kombination, welche ungeachtet des absehbaren Endes real stattfindet, ist dies tödlich für eine unabsehbare Zahl der derzeit lebenden Menschen. Bei dem waffentechnischen Potential über das die derzeitigen "Mächte" verfügen, ist wohl ebenfalls absehbar, "danach" werden die Überlebenden - so es sie gibt - auf einem sehr, sehr niedrigen Niveau dahinvegetieren.

Anders, als dies zu Beginn der Menschheitsgeschichte war, sind eben alle erreichbaren Ressourcen verbraucht oder für lange Zeit lebensfeindlich kontaminiert. Für das "Weiter so" gibt es keinerlei logischen Anhaltspunkt. "Weiter so" ist nichts als ein globaler Selbstmordpakt.

Trotz der bereits erdrückend großen Weltbevölkerung, läge in der Nutzung EE eine geringe Chance. Besonders, wenn es gelänge auch die sinnlose gegenwärtige Form zu "wirtschaften" in eine natürliche Kreislaufwirtschaft umzukehren. Doch nichts deutet darauf hin, dass es signifikante Veränderungen gibt. Die wenigen Versuche einer "Gegenwelt" sind weit unterhalb des ganzzahligen Promillebereichs........

Wer mehr Fakten möchte, kann das auch im "The World Factbook" der "Central Intelligence Agency" ( besser bekannt als CIA) nachschlagen. Auch wenn es leider keine deutsche Ausgabe davon gibt. Durch Zusammenarbeit mit der NSA sollte es möglich sein, auch diese Klippe zu überwinden :roll:

:idea: Finde ich außer den schon verlinkten Organisationen weitere, werde ich diese hier verlinken....
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