Doch bei Veränderungen welche selbst sehr groß sind, suggerieren Darstellungen wie 0,1% es geschehe nahezu nichts. Dabei bleibt außen vor, bei einer entsprechend große Basis für diese Aussage, ist die "Wirkung" oft ungeheuerlich groß. Womöglich müsste u.U. eine noch kleinere Ganzzahlige Basis geschaffen werden. Doch wenigstens ist "Promille" bereits ein eingeführter Begriff. Leider wird "Promille" meist nur mit dem Alkoholgehalt des Blutes assoziiert. Am Beispiel von sehr großen Zahlen - z.B. die gegenwärtige menschliche Erdbevölkerung - wird deutlich wie sich die Grenzen "im Kopf" verschieben, wenn nur "Prozentwerte" genannt werden. Doch gerade bei scheinbar kleinen Veränderungen (in Bezug auf die Basis), wird schnell und augenscheinlich klar was dies bedeutet.
Ein Vergleich der Begriffe :
Prozent (lat.-ital. von Hundert, Hundertstel) sollen Größenverhältnisse veranschaulichen und vergleichbar machen, indem die Größen zu einem einheitlichen Grundwert (Hundert) ins Verhältnis gesetzt werden. Daher wird das Prozent auch als Hilfsmaßeinheit für Verhältnisgrößen verwendet. Vor allem ältere Gesetzestexte verwenden den Ausdruck „vom Hundert“ (abgekürzt: vH oder v. H.); das DIN empfiehlt jedoch, diesen Ausdruck zu vermeiden.
Promille (von lat. pro „von“, „im Verhältnis zu“; mille „tausend“) wird bei in Tausendstel ausgedrückten Bruchteilen benutzt. Damit entspricht 1 Promille der Zahl 0,001. Promilleangaben werden meist durch das Promillezeichen ‰ kenntlich gemacht.
Beiden gemeinsam, das Dezimalsystem, welches per Verschiebung des Komma um eine bestimmte Anzahl von Stellen sofort "sichtbar macht", wie "klein" bzw. "groß" ein Bruchteil bezogen auf eine Basis ist. Wer es eventuell bereits "vergessen haben sollte, es gibt im wesentlichen drei Darstellungsarten (zunächst für Prozent) 20 % = 20/100, 20 % = 0,2 oder einfach 20 %. Die Basis ist dabei 100.
Nicht anders bei der Darstellung von "Promille" 20 ‰ = 20/1000, 20 ‰ = 0,02 oder auch hier einfach 20 ‰. Hier ist die Basis also 1000.

Um also den selben Sachverhalt (die Verhältnisgröße) je nach beabsichtigter Wirkung "größer" bzw. "kleiner" erscheinen zu lassen, ist der psychologische Trick aus einer Zahl wie 1,3 % durch verschieben des Kommas in 13 ( ‰) zu verwandeln durchaus nicht wirkungslos. Zwar hat sich am Wert nichts geändert, aber nun als "Ganzzahl" wirkt sie größer und eventuell auch bedeutender. Etwas sei um 130 ‰ gestiegen - also um "eigentlich nur" 13 % - wirkt bei unserem wenig ausgeprägten analytischen Verhältnis zur Welt eben "anders".
Nun kann man die Basis 1000 aber recht sinnvoll überall da anwenden, wo das Verhältnis zu einem Mehrfachen dieser Basis dargestellt werden soll 1 Milliarde wird erst so richtig "wirksam", wenn diese in ihrer ganzen Größe dargestellt wird. Die Tausenderpunkte ergeben ein sehr anschauliches Verhältnis zur Basis "Promille".
1.000.000.000 = "eine Milliarde"
Bei dem derzeitigen Bevölkerungszuwachs (also die Zahl der Sterbefälle im Betrachtungszeitraum ist bereits "berücksichtigt"), wird je nach Publikation bzw. "Interessenlage" mal mit 1,1 %, mal mit 1,3 % angegeben. Auch die gegenwärtige menschliche Erdbevölkerung wird unterschiedlich dargestellt. Keiner kennt die exakten Zahlen, aber für die Wirkung reicht es völlig aus, wenn es um "mehr als 7 Milliarden" Menschen geht.
1 ‰ ist also 1/1000


Womit klar ist, der Unterschied beider Angaben beträgt ~21 Millionen mehr oder aber nicht so viele mehr neue Erdenbürger


Wen das Ganze nicht so recht überzeugt, kann sich ja für jeden Wert einfach (annähernd) ein Land und dessen Bevölkerung vorstellen (aus dem WIKI Liste der Staaten der Erde) :
Republik Dschibuti ~ 900.000 = "Zinseszins" 2014 ... 2015 (858.000)
Bundesrepublik Deutschland ~ 80.500.000 = "1,1 % Zuwachs" 2013 ... 2014 (79.200.000)
Vereinigte Mexikanische Staaten ~116.100.000 = "1,3 % Zuwachs" 2013 ... 2014 (100.800.000)